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Grillen mit sauberem Gewissen

Für die ganz harten unter uns war sie nie weg, für andere startet sie gerade wieder – die Grillsaison. Für mich die wahre fünfte Jahreszeit. Dazu könnte ich unzählige Beiträge schreiben – von Tipps zum Gelingen von Fleisch, Fisch und Gemüse über das richtige Grillbesteck bis hin zu sommerlichen Getränken. Ein Thema kommt mir aber häufig etwas kurz, nämlich das Thema Nachhaltigkeit. Mit ein paar ganz einfachen Methoden grillst Du nämlich mit richtig sauberem Gewissen.

  1. Die richtigen Reinigungsmittel

Grills sind nicht unbedingt bekannt dafür, wenig pflegeintensiv zu sein. Umso wichtiger ist es, ein Augenmerk auf die Wahl der richtigen Reinigungsmittel zu legen. Denn die sind häufig aggressiv und wenig umweltfreundlich. Und was für die Umwelt schädlich ist, kann für die Zubereitung von frischen Lebensmitteln nicht wirklich gesund sein. Ein Blick auf die rückseitig angebrachten Warnhinweise und Inhaltsstoffe eines Grillreinigers genügt häufig, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Und was vielen  nicht bewusst ist: der Löwenanteil bei der Reinigung eines Grills beruht im besten Fall auf der Beschaffenheit hochwertiger Reinigungstücher oder –handschuhe.

  1. Lieber wiederverwendbar

Statt Einweggrills sollten solide Mehrweggrills zum Einsatz kommen. Das ist nicht nur nachhaltiger, sondern macht einfach auch mehr Spaß. Eigentlich klar, oder? Aber wie sieht es mit Grillzubehör wie beispielsweise Grillschalen aus? Die benötigt man natürlich für einen schonenden Garvorgang, um das kostbare Grillgut und die köstlichen Marinaden zu schützen, aber eben auch, um giftige Dämpfe durch deren Heruntertropfen auf die Grillkohle zu vermeiden. Nur muss es denn unbedingt eine aus Aluminium sein? Gerade, wenn man häufiger grillt, sollte man sich einfach mal Gedanken über die Anschaffung einer Mehrweg-Grillschale aus Edelstahl oder Gußeisen machen. Das gleiche gilt für das Grillgeschirr und Grillbesteck. Zu Hause sollte Plastikgeschirr ohnehin tabu sein. Aber selbst für unterwegs gibt es inzwischen nachhaltigere Alternativen wie Einwegbesteck aus FSC-zertifiziertem Holz und kompostierbare Teller. Auch unterwegs kannst Du Dein Grillgut in wiederverwendbaren Schüsseln statt in Papier und Folie verstauen…und wieso nicht einfach Stoffservietten statt Küchenrolle mitnehmen?

  1. Grillkohle ist nicht gleich Grillkohle

Hast Du Dich schon mal gefragt, woher Deine Grillkohle eigentlich kommt? Wie bei vielen anderen Dingen mittlerweile auch, wird die nämlich größtenteils importiert. Aus Osteuropa, Südamerika und sogar aus Afrika, häufig aus illegaler Regenwaldabholzung. Achte am besten auf die Verwendung heimischer Buchenhölzer und die FSC-Zertifizierung, denn damit wird die Verwendung von Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft nachgewiesen. Wer noch einen Schritt weiter gehen will, für den finden sich sicher spannende Alternativen: beispielsweise Kohle, die aus den Abfällen der Olivenölpressung (Kerne, Schalen, etc.) hergestellt wird.

  1. In der Ruhe liegt die Kraft

Das schönste am Grillen ist doch eigentlich das Grillen. Was ich damit meine? Mach aus dem Grillen eine Zeremonie, die Du mit Freunden und ein paar leckeren Getränken in aller Ruhe vollziehst. Verzichte also auf chemische Grillanzünder oder Brandbeschleuniger. Nutze stattdessen lieber etwas Geduld und natürliche Materialien wie Kartonage, Papier oder Äste. Und wenn es Grillanzünder sein sollen, so gibt es auch hier FSC-zertifizierte Produkte.

  1. Was wird gegrillt? Mein Lieblingsthema – nicht!

Nun ja, dieser Punkt ist tatsächlich meine größte Schwäche – als bedingungsloser Fleischliebhaber. Dabei weiß ich, dass übermäßiger Fleischkonsum nicht unbedingt förderlich für ein langes und gesundes Leben ist. Und so habe ich – man ist ja auch irgendwo lernfähig – im Laufe der Zeit entdeckt, dass es durchaus auch leckere und gesunde Alternativen zum Grillfleisch gibt. Dennoch: es wäre wenig glaubwürdig, wenn ausgerechnet ich Euch erzählen würde, Ihr solltet auf Fleisch verzichten. Das müsst Ihr ja auch gar nicht. Denn es ist wie mit allem im Leben, die richtige Mischung macht‘s. Achtet aber bitte auf Regionalität, auf Haltungsbedingungen und damit auf Qualität. Denn Fleisch ist nicht gleich Fleisch. Fleisch von glücklichen Tieren – ohne Massentierhaltung, ohne die Zugabe von Hormonpräparaten und Antibiotika – schmeckt einfach besser. Lieber auf Bio als auf den Preis schauen, lieber beim örtlichen Metzger als im Discounter einkaufen.

  1. Zuletzt noch eine Herzenssache

Zuletzt noch ein Thema, das mir besonders am Herzen liegt: der Müll. Man kennt das von öffentlichen Plätzen. Den ganzen Tag über wird gefeiert, gelacht, gegessen und gespielt und sobald die Sonne untergeht bleibt nur ein Chaos zurück. Mit der Verwendung wiederverwendbarer Utensilien hast Du schon mal die halbe Miete eingefahren. Denn Müllvermeidung beginnt nicht bei der Entsorgung, sondern beim Einkauf. Dann nur noch einen kurzen Blick zurück werfen, damit auch nichts vergessen wurde, wenn am Abend alles wieder in Taschen verstaut ist und Du hast einen großen Schritt hin zu einer lebenswerteren Umwelt getan.

In dem Sinne, Euch viel Spaß in der schönsten Zeit des Jahres und einen guten Appetit.